Wo Freude geerntet wird
Schule und Kindergarten
WIR HABEN FREUDE GEERNTET – LERNEN MIT ALLEN SINNEN

Bevor Susan zu uns kam, unterrichtete sie unter anderem in Dubai und in ihrer Heimat Südafrika. Bei uns ist sie für die Kleinsten im Alter von vier bis sechs Jahren da. Und gleich mit ihrer ersten Antwort hat sie uns für sich gewonnen. Da ging es darum, wie wir uns ihren Unterricht vorstellen müssen. Hier ist, was sie sagte: «Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass es um viel mehr als nur das Lernen von Buchstaben und Sprache geht. Bei uns beginnt das Lernen, wenn die Kinder durch das Schultor kommen. Mit der Begrüssung, mit ersten Gesprächen und mit einem Lächeln. Es geht darum, den Kindern zu vermitteln, dass sie sich in einem sicheren Umfeld befinden.»
Eine schöne Vorstellung und in der Tat sind die Tage in der Nursery, Pre-School und im Kindergarten erfüllt mit Musik, Bewegung, Geschichten und Lachen. Der Unterricht findet nicht nur im Klassenzimmer statt. Wenn die Kinder etwas über die Natur lernen, gehen sie auch in die Natur und erkunden diese mit Händen und Füssen. Als Beispiel hat Susan uns von einer Aktion erzählt, in der es darum ging, den Kindern etwas über die Lebensmittel beizubringen, die sich täglich zu sich nehmen.



Unterstützt wird sie von einer kambodschanischen Lehrassistentin, Ms. Molika. Gemeinsam betreuen sie eine lebhafte Gruppe von 26 Kindern und schaffen einen Raum, in dem Neugierde gefördert und kein Kind zurückgelassen wird. Ihre Partnerschaft basiert auf Vertrauen und gemeinsamen Zielen, und das Klassenzimmer fühlt sich wie eine Familie an.
Was Susan am meisten berührt, sind die Kinder selbst. Viele lernen früh für sich selbst zu soregen, da ihre Eltern lange und häufig auch ausserhalb arbeiten, um ihre Familien halbwegs über die Runden zu bringen. Im Klassenzimmer zeigen sie ihre Freundlichkeit und Verantwortungsbereitschaft. In der Schule finden sie Stabilität – an einem Ort, an dem sie umsorgt und beschützt werden und einfach Kinder sein können.

Der Unterricht findet ausschliesslich auf English statt und die Sprache kann eine Herausforderung sein, aber Susan glaubt, dass Liebe mehr sagt als Worte. Sie konzentriert sich darauf, Selbstvertrauen aufzubauen, insbesondere bei den ruhigeren Kindern.
Und genau zu diesen ruhigen Kindern hat sie eine wundervolle kleine Anekdote, die wir hier teilen möchten: «Erinnerst du dich? Als wir das letzte Mal gesprochen haben, hast du mich gefragt, ob ich einen Wunsch für die Schüler hätte und ich sagte: einen Spielplatz. Jetzt haben wir einen. Und es ist so schön, die Kinder spielen zu sehen. Es geht nicht nur um die Förderung verschiedener motorischer Fähigkeiten. Es geht darum, auf dem Spielplatz Entscheidungen zu treffen und zu kommunizieren. Letzte Woche war da dieser sehr ruhige Junge. Er sagt nicht viel. Er ist immer still. Ich habe ihn gefragt, was ihm am Spielplatz am besten gefällt. Da sagte er mir, er würde gerne mit seinen Freunden die Wand hochklettert. Es war das erste Mal, dass er einen ganzen Satz gesagt hat.»









































